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Vermögensberater werden: der ehrliche Weg

· 7 Min. Lesezeit · von Jimmy Dumbeck

Vermögensberater wird man nicht, indem man kündigt und ins kalte Wasser springt. Der ehrliche Weg sieht anders aus: erst kennenlernen, dann nebenberuflich testen, mit dem sicheren Job im Rücken. Und erst wenn beides passt, kommt die Ausbildung mit IHK-Abschluss. Kein Studium nötig, keine Kündigung am Anfang. Aber auch: kein Selbstläufer. Dieser Artikel erklärt den Weg so, wie ich ihn selbst gegangen bin und wie ich ihn heute begleite. Inklusive der Teile, die in Hochglanz-Broschüren fehlen.

Warum gerade jetzt so viele wechseln wollen

Falls du diesen Artikel liest, weil dein Job dich leer macht: Du bist statistisch gesehen der Normalfall. Nur 9 von 100 Beschäftigten in Deutschland fühlen sich ihrem Arbeitgeber emotional verbunden, der niedrigste Wert seit Beginn der Messung 2001. 78 Prozent machen nur noch Dienst nach Vorschrift (Gallup Engagement Index Deutschland, 2024). Und fast jeder zweite der Gen Z und der Millennials ist offen für einen Jobwechsel oder plant ihn konkret (XING Wechselbereitschaftsstudie, 2025).

Interessant ist, wie die Leute wechseln: 483.000 Menschen haben 2025 nebenberuflich gegründet, Rekord. Rund 70 Prozent aller Gründungen in Deutschland passieren inzwischen im Nebenerwerb (KfW-Gründungsmonitor, 2026). Nicht alles hinschmeißen, sondern parallel testen: Das ist keine Vermögensberater-Besonderheit, das ist die Art, wie Deutschland heute gründet. Der Weg, den ich unten beschreibe, ist genau so gebaut.

Was ein Vermögensberater eigentlich macht

Im Kern: Menschen bei Finanzentscheidungen begleiten. Du sitzt mit Kunden zusammen, verstehst ihre Situation, ihre Einnahmen, Ausgaben, Wünsche und Ziele, und hilfst ihnen, einen Plan daraus zu machen. Dazu kommt der Teil, den viele unterschätzen: Netzwerk aufbauen. Empfehlungen zufriedener Kunden, Präsenz in der Region, Gespräche. Es ist ein Beruf, der aus Menschen besteht. Wer lieber allein am Schreibtisch sitzt, wird hier nicht glücklich. Das sage ich gleich am Anfang, weil es der häufigste Grund ist, warum Leute wieder aufhören.

Was der Beruf strukturell bietet: freie Zeiteinteilung, Arbeit von überall (Büro, zuhause, digital) und eine Vergütung, die von deiner Leistung abhängt statt von einer Gehaltstabelle. Das ist Chance und Risiko in einem Satz, und genau deshalb gehört es ehrlich auf den Tisch: Es gibt kein Festgehalt. Wie man damit umgeht, ohne sich zu ruinieren, steht zwei Absätze weiter unten.

Der Weg in Stufen: so läuft es wirklich

Der Einstieg ist kein Sprung, sondern eine Treppe. Verkürzt sieht sie so aus:

  1. Kennenlernen. Ein Gespräch, keine Verpflichtung. Du erzählst, wo du stehst, und hörst, wie der Alltag wirklich aussieht.
  2. Reinschauen. Du begleitest Termine, schaust echten Beratungen über die Schulter und siehst den Beruf von innen, bevor du dich festlegst.
  3. Nebenberuflich starten. Erste eigene Aufgaben, ein Coach an deiner Seite, Schulungen in deinem Tempo, während dein Hauptjob und dein Gehalt weiterlaufen.
  4. Ausbildung mit IHK-Abschluss. Wenn du sagst „das ist es“, lernst du das Handwerk richtig: in der Praxis und über eine Schulungsplattform für Fachwissen, Kommunikation und Vertrieb.
  5. Dein Weg, deine Entscheidung. Hauptberuf, später vielleicht ein eigenes Team, oder bewusst nebenberuflich bleiben. Beides ist ein Ergebnis, kein Scheitern.

Wichtig, weil es oft falsch erzählt wird: Beraten darf nur, wer es gelernt hat. Als Einsteiger führst du keine Beratungen durch, die macht immer ein ausgebildeter, hauptberuflicher Vermögensberater. Das schützt die Kunden und dich. Die ausführliche Version der Stufen findest du auf der Seite Der Weg.

Der unbequeme Teil

Drei Dinge, die du wissen solltest, bevor du irgendwo unterschreibst, hier oder anderswo:

  • Kein Festgehalt. Die Vergütung ist leistungsbasiert. Die andere Seite derselben Medaille: auch kein Deckel. Der einzige seriöse Umgang damit ist der nebenberufliche Start. Du testest mit echtem Netz, dein Gehalt läuft weiter, und du entscheidest auf Basis von Erfahrung statt Prognosen.
  • Es ist ein Lernberuf. Wer schnelles Geld ohne Lernbereitschaft sucht, ist hier falsch. Fachwissen, Gesprächsführung, Ausdauer: Das baut sich über Monate auf, nicht über ein Wochenende.
  • Die Branche hat einen Ruf. Zum Teil zu Recht. Es gab und gibt Leute, die mit Druck und falschen Erwartungen arbeiten. Warum ich trotzdem hier bin und woran du seriöse Arbeit erkennst, habe ich in einem eigenen Artikel zur Strukturvertrieb-Skepsis aufgeschrieben.

Für wen der Weg passt und für wen nicht

Passt gut, wenn: du gern mit Menschen arbeitest, dich Eigenverantwortung eher reizt als schreckt, und du bereit bist, etwas Neues von der Pike auf zu lernen. Die Gründungsquote in Deutschland ist mit 9,8 Prozent so hoch wie nie seit Beginn der Erhebung 1999, am aktivsten sind die 18- bis 34-Jährigen (Global Entrepreneurship Monitor, 2025). Du wärst in guter Gesellschaft.

Passt nicht, wenn: du schnelles Geld ohne Aufwand suchst, ungern mit Menschen redest oder sofort kündigen und all-in gehen willst. Von Letzterem rate ich ausdrücklich ab. Bei mir startet niemand hauptberuflich, der den Beruf nicht nebenberuflich erlebt hat.

Der nächste Schritt, wenn du es ernst meinst

Zwei Wege, beide unverbindlich: ein Kennenlern-Gespräch, 30 Minuten, du und ich, danach weißt du, ob das was für dich ist. Oder erst mal nur zuhören, beim nächsten Berufsinfoabend. Was dort passiert und wie der ganze Weg aussieht, steht auf der Seite Der Weg.

Häufige Fragen dazu

Brauche ich ein Studium, um Vermögensberater zu werden?

Nein. Der Weg führt über eine praxisbegleitende Ausbildung mit IHK-Abschluss, ganz ohne Studium und Numerus clausus. Was du brauchst: Lernbereitschaft und Freude am Umgang mit Menschen. Das Fachwissen kommt aus der Einarbeitung.

Wie lange dauert der Einstieg?

Das bestimmst du selbst, weil der Weg in Stufen gebaut ist. Die meisten starten nebenberuflich und lassen sich Monate Zeit, bevor sie über mehr entscheiden. Es gibt keine Deadline, und genau das ist der Punkt: Du entscheidest auf Basis echter Erfahrung, nicht unter Zeitdruck.

Muss ich dafür meinen Job kündigen?

Nein, bitte nicht. Der Einstieg ist nebenberuflich gebaut. Dein Gehalt und deine Sicherheit bleiben, wo sie sind, während du testest, ob der Beruf zu dir passt. Eine Kündigung steht erst dann im Raum, wenn du über Monate gesehen hast, dass es funktioniert und du es willst.

Was verdient ein Vermögensberater?

Die ehrliche Antwort: Die Vergütung ist leistungsbasiert. Es gibt kein Festgehalt und keinen Deckel, und jede Zahl, die dir jemand vorab verspricht, solltest du hinterfragen. Konkrete, realistische Erfahrungswerte besprechen wir im persönlichen Gespräch und nicht als Werbeversprechen auf einer Website.

Quellen

  • Gallup Engagement Index Deutschland 2024 (2024)
  • XING Wechselbereitschaftsstudie 2025, forsa-Befragung von 3.413 Erwerbstätigen (2025)
  • KfW-Gründungsmonitor 2026 (2026)
  • Global Entrepreneurship Monitor, Länderbericht Deutschland 2024/25 (2025)

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30 Minuten, du und ich. Du erzählst, wo du stehst, ich erzähle, wie der Einstieg wirklich läuft. Danach weißt du, ob das was für dich ist.